Corippo Bivio - Cresciano

Am 24. und 25. Oktober sind wir gleich nochmals unterwegs auf unserer Tour de Suisse. Wir verbinden dabei das Verzascatal mit der Tessiner Riviera.

53. Tag Corippo Bivio - Alpe Fümègna: Um 10 Uhr steigen wir aus dem Bus und es ist schon sehr warm. Der Föhn geht im Tessin und wir sollten ihn an diesem Tag noch zünftig kennen lernen. Erst laufen wir den Verzasca-Talweg hoch (den kennen wir ja schon) und wechseln bei Oviga di Fuori auf die andere Talseite um bei Verzöö den ins Val d'Agro führenden Talweg zu erreichen. Schon hier plagen mich die in rauhen Mengen auf dem Weg liegenden Kastanien. Nach Forno verlassen wir das Val d'Agro und schwenken ins Val Pincascia ein. Wir folgen nun dem Weg bis zur Capanna Fümègna. Der Föhn nimmt stetig an Stärke zu und wird bald schon zum veritablen Sturm. Wir fühlen uns gar nicht mehr wohl im Wald. Der Weg ist übersät mit kleineren und grösseren Ästen und überall hören wir es krachen im Wald. So sind wir dann froh, als wir auf knapp unter 1600 m den Wald verlassen und keine Gefahr mehr besteht, von einem Ast erschlagen zu werden. Aber ungeschützt vom Wald bläst es uns hier fast davon. Die Capanna Fümègna, welche ja mehr eine Baracke ist, schüttelt und rüttelt und klappert im Sturm, so dass wir fürchten, gleich mit der Hütte ins Tal geweht zu werden. In der Nacht flauht der Wind dann allerdings ab.

54. Tag Alpe Fümègna - Cresciano: Mit deutlich weniger Wind aber immer noch sehr warmen Temperaturen laufen wir morgens los und besteigen erst mal die Forcarella di Lodrino. Der Weg zwischen der Fümègna und der Capanna d'Alva ist ja jetzt gut blau-weiss markiert. Er wird für das Skyrace Lodrino-Lavertezzo ohnehin jährlich in Stand gehalten. Der Abstieg bis zum hintersten Teil des Talweges im Val Lodrino ist sehr steil. Danach folgt aber einer der schönsten Talwege des Tessins. Unglaublich kühn und abwechslungsreich führt hier der Weg - immer mehr oder weniger auf der gleichen Höhe bleibend - bis zur Capanna d'Alva. Die Herbstfarben leuchten und wir geniessen das Wandern noch mal so richtig. Danach folgt dann der brutale Abstieg hinunter in die Riviera. Erst versinken wir fast im Buchenlaub, dann kommen einige hundert Höhenmeter hinunter auf kastanienübersätem Weg, wo mir nochmals so richtig die Pfoten malträtiert werden. Zum Schluss überqueren wir noch die Riviera und erreichen beim Fluss Ticinio den tiefsten Punkt unserer ganzen Tour de Suisse.

Der Wetterbericht sagt Schnee in höheren und mittleren Lagen voraus. Es sieht so aus, als wäre damit unsere Tour de Suisse für dieses Jahr beendet. Wir haben nun in einem Jahr den Genfersee mit dem Tessiner Haupttal verbunden und sind sehr zufrieden mit unserer Leistung.

Samstag, 27. Oktober 2018

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