Brione - Cimetta

Die Via Alta Vallemaggia (VAVM) haben wir ja schon fast zur Gänze erkämpft. Im Juni 2015 sind wir vom Passo Deva bis zur Capanna Spluga, im Oktober 2015 von der Madone bis zur Cimetta und im Juli 2016 - das längste Stück - von Fusio bis zur Capanna Spluga gelaufen. Da ist also nur noch ein Abschnitt offen und zwar vom Passo Deva bis zur Madone. Diesen nehmen wir am 1. und 2. Juli unter die Füsse.

Los geht es - bei bereits grosser Hitze - in Brione im Verzascatal. Wegen der Wärme steigen wir gemächlich über Sparvé und Scimarmòta auf und am Rifugio Alpe Masnée vorbei zum Passo Deva. Obwohl wir wirklich langsam unterwegs sind, leiden wir beide arg. Dennoch ein schöner und lohnenswerter Aufstieg. Für die Nacht steigen wir noch kurz zum Lago del Starlarèsc da Sgióf hinunter, wo wir in der Capanna Starlarèsc übernachten.

Am zweiten Tag dann die unschöne Überraschung: dichter Nebel wabert frühmorgens um die Hütte. Während wir uns zum Aufbruch bereit machten, steigt der Nebel ein wenig an, dennoch laufen wir fast die ganze Strecke bis zur Cimetta mehr oder weniger in dieser weissen Suppe. Eigentlich will Paul mal den Weg über Motarüch und direkt hinauf zur Madom da Sgióf ausprobieren, aber bei diesen Bedingungen halten wir uns lieber an die einfachere Strecke zurück auf den Passo Deva und weiter auf der VAVM bis unter den Gipfel. Wegen des Nebels lassen wir dann die Madom da Sgióf gleich ganz aus, so wie alle anderen Gipfel auf der Strecke auch. Bis nach der Cima di Nimi geht es aber dennoch richtig zur Sache. Blockkletterei am und auf dem Grat wechselen sich ab mit schmalen und ausgesetzten Wegen. Mehr als einmal brauche ich Hilfe von Paul, weil die Stufen einfach zu hoch sind. Dennoch ist er sehr erstaunt, was ich alles alleine meistern kann. Dieser Abschnitt ist zwar kurz aber vielleicht der abenteuerlichste der ganzen VAVM. Ab dem Passo di Nimi vereinfacht sich das Gelände etwas, aber erst ab der Bocchetta d'Orgnana gibt es wieder normale Wanderwege. Als wir dann auf der Cimetta ankommen, bin ich schon ziemlich erschöpft und vorallem tun mir die Füsse weh wegen dem vielen Kraxeln an der Reibungsgrenze auf dem rauhen Granit. Eine tolle und anspruchsvolle Tour insgesamt. Erstaunlicherweise kommt uns an diesen beiden Tagen kein einziger Wanderer entgegen, bis wir unter der Cima della Trosa hindurchliefen und also schon fast am Ziel sind.

Dienstag, 03. Juli 2018

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