Le Pipe und Pécian

Unser Bergfreund G. will uns einführen nicht in die Freuden der Pflicht sondern in die Freuden der linksseitigen Leventina, die wir nämlich noch gar nicht kennen. Sonnig und heiss soll es im Tessin werden am 22. Juni. Wir nehmen die Chance wahr und fahren frühmorgens zusammen nach Predèlp. Von Sonne allerdings keiner Spur, dafür weht ein kühler Nordföhn. Wir steigen dennoch auf zum Passo Predèlp. Zwischendurch linst mal kurz die Sonne durch die über uns her huschenden Nebelfetzen. Auf der Passhöhe packt uns der Föhnsturm so richtig und schüttelt uns gehörig durch. Vom Val Santa Maria zieht immer wieder Nebel hoch. Ohne Handschuhe und Kapuze geht es bei den Zweibeinern gar nicht. Ich renne herum wie blöd, um mich warm zu halten. Wir verlassen den Weg und laufen weglos – oft über blockiges Geröll und Schnee – via Bassa di Söu hinauf zum Le Pipe. Eigentlich wollten wir gleich noch weiter hinauf zum Pizzo del Sole, aber von der Sole ist immer noch nichts zu sehen und der Gipfel hüllt sich immer wieder in Nebel. So lassen wir das eben bleiben uns steigen direkt ab zu den Laghi Chièra. Etwa auf der Höhe des unteren Sees queren wir weglos und in steilem Schroffengelände hinüber zum Weg, der auf den Pécian führt. Diesen besteigen wir dann doch noch, denn die Wolkendecke ist inzwischen etwas höher gestiegen und der Wind lässt langsam ein wenig nach. Auf dem Rückweg erwandern wir noch die an Norwegen erinnernde Terrasse von Nei Pini. Ab da queren wir via Cascinella und Modione zurück nach Predèlp. Eine landschaftlich schöne Tour, nur hat uns der Nordföhn leider das Wetter vermasselt…

Dienstag, 23. Juni 2020

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