Leistchamm

Bei uns ist das Wetter so wunderschön, dass wir ausnamsweise mal nicht ins Tessin fahren. Wir besuchen am 19. März - gerade noch im kalendarischen Winter - einen alten 'Freund', nämlich den höchstern Ammler Berg, den Leistchamm. Selbstverständlich gehen wir trotz Corona-Massenpanik aus dem Haus, das soll uns nicht abschrecken. Wir starten unsere Tour im Arvenbüel und folgen der Fahrstrasse gegen die Alp Looch hin. Paul montiert schon bald nach dem Dorf die Schneeschuhe. Wir sind aber noch lange im Schatten und der Schnee ist gut trittig und griffig. Es geht nach der Alp Looch weiter dem Normalweg folgend bis etwas über 1600 m hoch. Hier verlassen wir den eh kaum mehr sichtbaren Weg und steigen direkt steil hinauf in Richtung Leistchamm. Den Weg sehen wir nicht, aber die Richtung ist klar. Grosso modo folgen wir in etwa dem Sommerweg. Auf dem Rücken, der zum höchsten Punkt des Leistchamms hochzieht, kommen wir endlich in die Sonne. Eine kleiner Schneestreifen zieht sich ganz am Rand des Rückens hoch zum Gipfel. Dem folgen wir unschwierig und immer noch in griffigem Schnee bis ganz hinauf. Auf dem Gipfel liegt praktisch kein Schnee mehr. Überhaupt hat es für März sehr wenig Schnee hier. Wir machen nicht allzulange Pause da oben - trotz herrlicher Aussicht - wollen wir doch beim Abstieg möglichst auch noch gute Schneeverhältnisse antreffen. Für den Abstieg montiert Paul seine Steigeisen, da es doch ziemlich steil ist. So geht es zügig bergab, bis der Schnee etwa 100 m über der Einsattelung zwischen Leistchamm und Flügespitz plötzlich ganz faul wird und wir beide immer wieder tief einsinken. Auf der Einsattelung wechselt Paul wieder zu den Schneeschuhen, so dass zumindest er keine Probleme mit dem Schnee hat. Für mich ist es immer noch sehr mühsam und bis wir wieder im Arvenbüel unten sind, bin ich nudelfertig und kann kaum mehr laufen. Warum ist das im Schnee nur so viel anstrengender als im Sommer? Diese Tour war ja - weiss Gott - eigentlich kein Gewaltsmarsch!

Donnerstag, 19. März 2020

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