Palfris

Was für ein wunderprächtiger Tag, sonnig und kein Wölkchen am Himmel! Wir machen uns am 1. April (kein Scherz!) gleich nochmals auf in die Berge. Von Heiligkreuz sind wir ja schon zwei Mal auf dem offiziellen Wanderweg in Richtung Palfris hochgestiegen. Es gibt da aber sowohl westlich wie auch östlich davon noch eine Alternative. Beide möchten wir heute ausprobieren. Wir steigen erst etwas langweilig eine Forststrasse via Underberg hoch. Da wo der Fussweg hinauf in Richtung Gpalte Berg und Lärchenboden hochsteigt, dann die grosse Überraschung: der Weg ist in ausgezeichnetem Zustand, beschildert und es finden sich sogar noch alte weiss-rote Markierungen. Aber steil ist er – fürchterlich! Nach der Verzweigung, wo man via Hinderspina auch ins Palfris hoch käme, kommt ein tiefer Einschnitt – das Tobel des Ragnatscher Bachs. Hier ist das Weglein dann nur noch schmal und offensichtlich deutlich weniger begangen. Leider ist es auch ein wenig schneebedeckt und es folgen ein paar haarige Passagen. Den Bach kann man als Zweibeiner bequem auf einer kleinen Metallbrücke queren. Für mich Vierbeiner ist die Brücke aber ein völliger Quatsch, ist sie doch mit pfotenmalträtierendem Gitterrost belegt. Und damit nicht genug: die beiden Enden der Brücke sind nicht auf dem gleichen Niveau! Am westlichen Ende muss eine ca. 2.5 Meter hohe vertikale Leiter hinuntergestiegen werden. Ein Ding der Unmöglichkeit für mich. Aber mit Pauls Hilfe gelange ich dann doch sicher hinunter. Kurz unter Gspalte Berg gibt es eine Hütte, wo wir eine Pause machen. Hier sehen wir auch, dass der Abstieg, den wir ins Auge gefasst haben, wohl nur unter grossem Risiko zu machen wäre, ist das Gelände doch felsig und sehr steil und leider auch noch arg schneebedeckt. Paul beschliesst deshalb, diese Passage ein anderes Mal zu wagen. Ab Gspalte Berg flacht das Gelände deutlich ab und wird immer offener. Gelegentlich kommen wir aus dem Wald hinaus und befinden uns auf dem weiten Alpgelände des Palfris. Der Schnee, der hier oben noch liegt, ist unter der dünnen Neuschneeschicht hart gefroren und super zu begehen. Die Schneeschuhe hätte Paul gar nicht hochschleppen müssen. Wir laufen weglos zum Vorderpalfries (hier jetzt mit ie?!?) hoch und folgen nun dem Strassenverlauf in Richtung Südosten bis zum Punkt 1711, von wo wir ins Rheintal hinuntersteigen. Ab dem Berghaus Gonzen fangen wir an querfeldein zu laufen und finden kurz nach Naus den brutal steilen Einstieg in den Gonzenwald. Diese Strecke sind wir zwar im April 2016 schon mal gelaufen, aber gar so arg steil haben wir sie nicht mehr in Erinnerung. Zum Abschluss geht es unter dem Gonzen durch zurück nach Heiligkreuz. Eine prächtige Tour bei fantastischem Wetter!

Mittwoch, 01. April 2020

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