Pilatus

Jetzt soll man ja auch nicht immer lästern über das ganze Corona-Cabaret, welches immer noch aufgeführt wird, hat es doch durchaus auch seine Vorteile. Weil die Bergbahnen nicht fahren, kann man zum Beispiel Gipfel besteigen, die wir sonst tendenziell eher meiden. Am 18. Mai - ich werde heute 6 Jahre alt - nehmen wir uns den Pilatus vor. Los geht es schon um viertel vor sechs Uhr morgens in Alpnachstad. Wir steigen erst mal über Grossrüti und Chli Durren bis Ämsiger hoch. Hier verlassen wir den Hauptweg und nehmen einen bescheidenen Nebenweg, der uns direkt zur Alp Matt hoch führt. Ab hier folgen wir einer Wegspur ansteigend unter Steiglihorn, Rosegg und Esel (so heisst tatsächlich der Hauptgipfel des Pilatus) durch, bis wir auf ca. 1980 m wieder auf den Hauptweg treffen. Dieser Abschnitt ist etwas abenteuerlich und teilweise auch mässig ausgesetzt. Leider hat es hier auch viel so eisenbahnschotterähnliches Zeugs auf den Wegen, was meinen schmalen Pfoten gar nicht schmeichelt. Jetzt noch einen kurzen Endspurt, und schon stehen wir auf dem höchsten Punkt des Pilatus. Fast allein sind wir hier oben. Etwas, was sicher Seltenheitswert hat. Es bläst aber eine kühle Bise, so dass wir nur kurz verweilen und uns bald an den Abstieg machen. Erst geht es auf dem Hauptweg bis Chilchsteine hinunter und im Gegenanstieg gleich noch auf das Matterhorn hoch - äh, Matthorn natürlich, wir sind ja nicht im Wallis. Hier gefällt es uns schon viel besser ohne das ganze Beton- und Glaszeugs des Hauptgipfels. Hier ist der Berg eben noch Berg. Der Abstieg führt uns erst steil auf einem nicht immer klar ersichtlichen Weglein hinunter bis zur Alp Ober Ruessi. Nun folgen wir der Fahrstrasse nach Hinter Chretzen und weiter dem Wanderweg zurück nach Ämsiger. Ab hier geht es auf der Aufstiegsroute zurück nach Alpnachstad. Die gut 1900 Höhenmeter hinauf und wieder hinunter spüren wir jetzt beide in den Knochen...

Montag, 18. Mai 2020

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