Speer

Jetzt sind wir aber über Ostern brav zu Hause geblieben und gar nicht ins Tessin gefahren, gell Herr Berset! Bekomme ich jetzt ein Gudi?

Eigentlich wollten wir ja dafür diese Woche für zwei Tage in den Süden fahren. Aber wo soll man auch übernachten? Die Hotels und Albergi sind wohl alle geschlossen, und ob die Berghütten geöffnet sind oder sich auch in Selbstquarantäne begeben haben – sprich: ebenfalls geschlossen sind – wissen wir nicht. Ausserdem liegt in der Höhe doch noch ziemlich Schnee. So stiefeln wir halt weiter in unserer Gegend herum.

Auf dem höchsten (Leistchamm) und dem dritthöchsten Berg (Mattstogg) unserer Gemeinde waren wir ja in diesem Jahr schon. So muss es am 15. April noch der zweithöchste und vielleicht bekannteste Berg von Amden sein - nämlich der Speer. Den kennen wir natürlich auch schon von anderen Touren. Aber so früh im Jahr waren wir noch nie oben.

Wir fahren mit dem Auto bis Matt oberhalb Weesen und steigen via Chalberweidli, Underbütz, Saumchängel und Oberchäseren hinauf zum Gipfel, folgen also mehr oder weniger dem Normalweg. Mehr oder weniger deshalb, weil uns ab Underbütz eine ebenfalls mehr oder weniger geschlossene Schneedecke erwartet, so dass der Weg nicht immer sichtbar ist. Der Schnee ist hart und trittig und Paul braucht für den Aufstieg keine Eisen. Wir sind völlig alleine unterwegs und die Fernsicht vom Gipfel ist super – heute mal fast ohne Dunst. Für den Abstieg folgen wir erst mal dem Grat in Richtung Südwesten und steigen dann weglos durch zerklüftetes Gelände ab bis Underchäseren. Hier ist Paul froh um seine Steigeisen. Unterwegs sehen wir doch tatsächlich die ersten Murmeltiere dieses Jahres! Eine Gruppe Jungtiere beäugt uns neugierig. Statt auf dem gleichen Weg zum Auto zurück zu kehren, machen wir noch einen kleinen Abstecher in Richtung Oberfidersche, folgen dann aber einem kleinen Weg hinunter nach Underfidersche und zurück nach Matt. Kurz nach Mittag sind wir schon wieder zu Hause.

Mittwoch, 15. April 2020

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