Chäserrugg und Hinderrugg

Nach den beiden Stoll (Schibenstoll und Zuestoll) vorgestern kommen heute am 8. September die beiden Rugg der Churfirsten dran. Jetzt ist es aber so eine Sache mit dem Chäserrugg und dem Hinderrugg: sind das eigentlich wirklich zwei Berge, oder ist es ein einziger Berg? Wenn man vom Toggenburg hochschaut, sieht man zwei breite Rücken, die oben zusammenlaufen. Vom Walensee her sieht man hingegen eigentlich nur ein Berg mit einer kleinen Senke dazwischen. Die internationale Vereinigung der Alpinistenverbände verlangt für zwei separate Gipfel mindestens einen Gegenanstieg von 30 Höhenmetern. Das können Chäserrugg und Hinderrugg nicht bieten, denn vom Joch zwischen ihnen geht es zum Chäserrugg nur gerade 12 Meter hoch, also ist der Chäserrugg eigentlich kein eigenständiger Gipfel sondern ein Vorgipfel des Hinderrugg. Aber ist er ein eigenständiger Berg? Mir ist das ja eigentlich Wurscht. Sollen sich doch die ungefiederten Zweibeiner den Kopf darüber zerbrechen. Immer wollen sie alles haarklein wissen und verstehen ohne je zu begreifen, dass sie gar nichts verstehen und auch nie verstehen werden. Aber es hat mal einer über den Menschen gesagt: «Doch sein höhres Streben / Ist ein schöner Zug.»* Sollen sie es also weiter versuchen.

Wir starten unsere Wanderung in Iltios und laufen erst mal gegen Hinderrisi zu, wo wir den Wanderweg verlassen und uns querbeet via Underplisa durchs Alpenrosen- und Karrendickicht schlagen – sehr mühsam ist es! Bei Plisa kommen wir kurz wieder auf den Wanderweg, den wir dann aber gleich wieder verlassen, um auf mehr oder weniger guter Wegspur – mit Markierungen so alt wie die Steine selbst – hinauf zu den Rossböden zu gelangen. Bis hierher waren wir fast alleine unterwegs, aber da oben ist erwartungsgemäss die Hölle los, Spaziergänger und Wanderer noch und nöcher. Wir halten uns dennoch eine Weile auf, da wir etliche andere Hunde und ihre Halter treffen. Weiter geht es dann hinüber zum Hinderrugg, der mit seinen stolzen 2306 Metern über Meer der höchste Gipfel der Churfirsten ist. Wir nehmen den sehr schönen Abstieg hinunter ins Gluristal und sind auch schon bald wieder zurück in Iltios. Es war eine schöne und an der Ostflanke des Chäserrugg auch etwas abenteuerliche Wanderung, wenn auch der Zustieg von Süden her durchs Valsloch eindeutig reizvoller ist. Viele Hunde haben wir heute getroffen, gleich dreimal den bandscheibengeplagte Berner Sennenhund Nando mit seiner Halterin - Grüsse ins Tösstal!

* Das Zitat stammt aus dem Lied «Das Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens» aus der Dreigroschenoper von Bertold Brecht. Kennen Sie nicht? Können Sie was lernen…

Mittwoch, 08. September 2021

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