Schibenstoll und Zuestoll

Die Churfirsten sind ja quasi unsere Nachbarn. Welche Berge aber genau dazu gehören, ist strittig. Man ist sich im Grunde genommen einig, dass der Chäserrugg der östlichste der Churfirsten ist, aber beim westlichsten scheiden sich die Geister. Ist es der Selun oder der Leistchamm? Je nachdem zählt man 7 oder 12 Gipfel. Wie auch immer, bestiegen werden sie von Wanderern in der Regel von Norden her, denn nach Süden fallen sie alle fast senkrecht zum Walensee ab. Abgesehen vom Leistchamm haben wir aber noch keinen von Norden bestiegen. Dieses Manko wollen wir jetzt nachholen. Am 6. September sind der Schibenstoll und der Zuestoll dran. Wir starten in Selamatt und schliessen uns – kaum losgelaufen – Stefan und Mario an, die ebenfalls in unsere Richtung unterwegs sind. Es geht via Underruestel, Hinterlücheren und Rügglizimmer zum Fusse des Schibenstoll. Hier beginnt nun der steile Anstieg zum Gipfel. Nach einer Weile verabschieden wir uns von unseren zwei Begleitern, da wir noch auf den Zuestoll wollen und deshalb etwas mehr Gas geben möchten. Der Gipfel ist im Hui erreicht und wir können die phänomenale Aussicht ganz alleine geniessen, obwohl doch einige Wanderer unterwegs sind. Nun steigen wir den gleichen Weg wieder ab bis unters Rüggli und schlagen sogleich den Alpinwanderweg hoch zum Zuestoll ein. Aufs Rüggli hinauf brauche ich die eine oder andere Hilfestellung, da gewisse Stufen einfach zu hoch sind. Danach wird der Weg etwas weniger steil, bleibt aber steiler als der Aufstieg zum Schibenstoll und vor allem ist er zwischendurch auch mal ziemlich ausgesetzt. Einmal muss noch ein kurzer Grat überwunden werden, bevor der Schlussanstieg zu bewältigen ist. Auch der Zuestoll geizt nicht mit Tiefblicken zum Walensee und auch hier ist kein anderer Wanderer oben, obwohl uns doch einige entgegengekommen sind. Für den Abstieg wählen wir die Wegspur, welche in der westlichen Flanke des Zuestoll verläuft. Es ist allerdings ein ziemlicher Lotteriweg und definitiv weniger reizvoll als der Normalweg. Nun eilen wir im Sauseschritt hinunter zum Toggenburger Höhenweg und folgen diesem zurück nach Selamatt, wo wir zufällig wieder auf Mario und Stefan treffen – einen Gruss ins Thurgau!

Montag, 06. September 2021

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