3 Seen

Am 9. und 10. Juli 2025 sind wir erstmals mit Marcel - einem Freund von Paul aus gemeinsamen Primarschulzeiten – unterwegs. Wir wollen vom Verzascatal her via Valle del Cansgell nach Corte di Starlarèsc ansteigen, dort übernachten und am nächsten Tag via Scimarmòta zurück ins Verzascatal absteigen. Ob wir unterwegs noch den einen oder anderen Gipfel besteigen, und welche der vier angepeilten Seen wir dann auch wirklich erreichen, das lassen wir mal noch offen. Wir starten für unsere Verhältnisse recht spät, aber bei für diese Jahreszeit frischen Temperaturen bei Ganne zwischen Brione und Motta und laufen erst unschwierig den guten Talweg abwärts bis kurz vor Pianascio. Im Oktober 2016 sind Paul und ich ja schon mal diese Strecke gelaufen. Damals haben wir den Einstieg zu diesem ins Valle di Cansgell führenden und nicht offiziellen Wanderweg nur schwer gefunden. Diesmal aber ist der Weg bis zur Alpe di Cansgell gelb-blau-gelb markiert und in ausgezeichnetem Zustand. Sind auf dem Talweg schon morgens einige Leute unterwegs, so verlassen wir quasi die Zivilisation mit dem Einstieg ins Valle di Cansgell und werden erst bei der Capanna Starlaresc wieder auf andere Menschen treffen. Wir lassen uns viel Zeit, steigen gemächlich an, machen oft Pause, und die Zweibeiner fotografieren, was das Zeug hält während ich die Zeit mit Herumschnüffeln verbringe. Kurz vor der erwähnten Alp treten wir erstmals aus dem Wald. Hier öffnet sich das bisher enge Tal und bietet uns einen Blick auf den ganzen hinteren Talkessel. Auch hinauf bis zur Alpe di Sgióf ist der Weg gut herausgeschnitten und in bestem Zustand. Nur das kleine Stück nach dieser Alp, bis wir auf den offiziellen Wanderweg stossen, müssen wir erstmals etwas suchen und ist eher schlecht sichtbar. Nun geht es auf gutem Wanderweg weiter bis unter den kleinen Gupf Motarüch. Hier stellt sich die Frage, ob wir noch den Madom da Sgióf besteigen wollen. Aber wir sind nun doch schon eine ganze Weile auf den Beinen, und der Tag ist bereits weit fortgeschritten, so dass wir diesen Gipfel auslassen und gleich zum schönen Lago del Starlarèsc da Sgióf absteigen. Heute sind wir hier nicht alleine. Die Hütte ist, seit wir das letzte Mal hier waren, aus dem Privatbesitz an einen Verein übergeben worden, der von jungen Leuten aus dem Verzascatal getragen wird. Wir werden von den anwesenden Tessiner samt einem Hund gut aufgenommen und verbringen einen geselligen Abend an diesem malerischen Ort. Am nächsten Tag stehen wir früh auf, denn zu dieser Jahreszeit geht von der Capanna Starlaresc aus gesehen die Sonne seitlich an der fast senkrechten Felswand des Poncione d'Alnasca auf. Das will Paul dann schon sehen, wenn wir schon hier sind. Mich interessiert das ja nicht, aber dafür nutze ich die Zeit ausgiebig, um die nähere Umgebung zu erkundigen. Etwa um acht Uhr laufen wir los. Inzwischen ist entschieden worden, dass wir nach dem Madom da Sgióf gestern gleich auch alle hier noch möglichen Gipfel (Cima del Masnèe und Pizzo Costisc), auslassen und uns dafür den in der Gegend zu findenden Seen widmen. Den ersten haben wir ja gleich hier bei der Hütte, die weiteren (Laghetto di Pianca, Lago di Masnee und Lago del Starlarèsc da Scimarmòta) wollen wir heute besuchen. Bei herrlichem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen steigen wir zum Passo Deva auf, queren danach unter der Cima del Masnèe (hier kurz im Bergschatten) hinüber zum Rifugio Alpe Masnee, wo Marcel und Paul gleich zu einem Kaffee eingeladen werden, so dass wir – kaum losgelaufen – schon wieder eine ausgiebige Pause machen. Danach steigen wir nun auf gutem Weg hinunter zum wunderschön gelegenen Laghetto di Pianca. Schon bald ist klar, dass wir uns den knapp 100 Höhenmeter weiter oben liegenden Lago di Masnee aus dem Kopf schlagen können. Der Anstieg erfolgt entweder direkt und in mühsamer Blockkletterei oder durch Alpenrosen- und Wacholderdickicht nach Osten ausholend. Beides ist für mich eine elende Schinderei, weswegen wir diesen See halt auslassen. So steigen wir wieder auf dem gleichen Weg zurück in Richtung Alpe Masnee und schlagen dann den Wanderweg ein, der uns zur offenbar inzwischen völlig aufgegebenen Alp Scimarmòta führt. Auch diese Strecke kennen wir schon von einem Aufstieg im Juli 2018. Der Weg ist in gutem Zustand und leicht zu finden. Im Abstieg hinunter ins Verzascatal machen wir noch einen Abstecher zum letzten See auf dieser Tour, dem Lago del Starlarèsc da Scimarmòta, auch der sehr schön gelegen. Nun geht es weiter stotzig hinunter, bis wir bei Sparvé den Wanderweg verlassen und auf einem unscheinbaren Weglein durch dichten Wald Al Piè erreichen. Marcel geht in Brione noch etwas einkaufen, während dem Paul und ich den Talweg hinunter zur Brücke bei Ganne laufen, wo unser Auto steht. Eine herrliche Sommertour in zwar bekannter, aber immer wieder schöner Gegend.

Donnerstag, 10. Juli 2025