An einem Sonntag im Wallis wandern gehen? Echt jetzt? Am 24. August 2025 wagen wir es! In aller Herrgottsfrühe fahren wir ins Val d’Entremont hinein bis Bourg-St-Pierre, wo wir unsere heutige Wanderung starten. Wir steigen hinauf zur Alp Azerin, auf Fahrstrasse, Schneeschuhtrail-Trasse und nochmals Fahrstrasse. Die Alp ist zwar bestossen, die Eringer Kühe sind aber eingezäunt. Bis nach Challand hinüber finden wir noch eine bescheidene Fahrstrasse, danach geht der Anstieg auf gutem Bergweg weiter. Bei Challand d’en Haut weidet noch eine grössere Gruppe Rinder, auch diese zum Glück eingezäunt. Ab hier wird der Weg nun steiler, und als wir den Rücken bei Tita de Bou erreichen, treten wir schliesslich aus dem Bergschatten. Bis hierher war es recht kühl, nun wärmt uns endlich die Sonne. Allerdings sollen heute die Temperaturen den ganzen Tag über angenehm bleiben. Die grosse Hitze ist in dieser Höhe wohl definitiv vorbei für dieses Jahr. Kurz nach der Pointe de Penne verlassen wir diesen Rücken und wechseln in die steilen Flanken der immer höher aufragenden Berge. Ab hier kommen uns für etwa eine Stunde dauernd kleine Gruppen Wanderer entgegen. Das sind wohl diejenigen, die in der Cabane de Valsorey übernachtet haben und nun auf unserer Aufstiegsroute absteigen. Der Weg wird nun deutlich anspruchsvoller, es geht dauernd mehr oder weniger steil hinauf und wieder hinunter, viele Blockfelder sind zu queren, wo kaum Wegarbeit geleistet wurde. Kein Labsal für meine Pfoten! Aber ich bin ja inzwischen ein Profi und hüpfe mindestens so geschwind über die Blöcke wie Paul. Je weiter wir ins Tal hinein laufen, desto grandioser wird das Bergpanorama – von schroffen Gipfeln umrahmte Gletscher! Auch der Mont Blanc zeigt sich inzwischen. Das Wetter ist prächtig, erst am Nachmittag hängen an den Gipfeln vereinzelte Nebelfetzen. Um Les Botseresses herum wird der Weg nun auch noch teilweise etwas ausgesetzt, aber dafür kommt die Hütte in Sicht. Einmal brauche ich für eine allzu hohe Stufe doch tatsächlich noch Pauls Hilfe! Dieser Weg wäre im Tessin gewiss weiss-blau-weiss markiert. Schliesslich ist die Hütte erreicht, wo wir beide gemütlich Zmittag essen und das fantastische Panorama geniessen. Hier oben ist es ruhig. Diejenigen, die übernachtet haben, sind entweder schon längst abgestiegen, oder kraxeln noch weiter oben auf irgendeinem Gipfel herum. Nach etwa einer Stunde machen wir uns schliesslich an den Abstieg. Diesmal nehmen wir den Normalweg hinunter zum Torrent du Valsorey, dem wir auf deutlich einfacherem Weg bis Bourg-St-Pierre folgen. Der Weg ist nur gerade die ersten 400 Höhenmeter steil, danach geht er sich sehr angenehm. Ein einziges kurzes Blockfeld ist zu queren, wo erst noch gute Wegarbeit geleistet wurde. Dennoch sind wir zum Schluss wieder einmal 10 Stunden unterwegs gewesen. Das Wallis bietet schon herrliche Wanderungen in wirklich beeindruckendem Bergpanorama! Wenn es doch nur nicht so gar weit weg wäre...