Federispitz

Müssen wir eigentlich wirklich jedes Jahr mindestens einmal den Federispitz besteigen? Offenbar schon, denn am 6. November 2025 machen wir uns zum sage und schreibe 11. Mal daran, diesen schönen Aussichtsberg zu besteigen. Der Schnee, den es in der letzten Woche hingeworfen hat, ist inzwischen ja auch verschwunden. Wieder einmal starten wir bei der Alp Matt, laufen ein paar Meter auf der Fahrstrasse in Richtung Alp Underbütz, verlassen diese Strasse dann aber gleich schon wieder, um weglos zur Fahrstrasse anzusteigen, welche die Alpen Underbütz und Oberfiderschen verbindet. Wir laufen schon seit Matt im Sonnenschein, und einigermassen warm ist es auch. Allerdings ist heute der Himmel nicht so wunderschön wolkenlos, wie Paul es gerne hätte. Selber schuld! Wäre er die letzten drei Tage nicht so beschäftigt gewesen, den Garten umzubauen, sondern mit mir in den Bergen herum gestiefelt, hätte er strahlend blauen Himmel haben können! Aber jä nu! Und auch wenn wir heute keinen Meter Strecke laufen, den wir nicht schon kennen, ist es trotzdem wie immer schön am Federispitz. Wir laufen nun an der Alp Oberfiderschen vorbei, und schlagen die interessante Traverse hinüber nach Stelli ein. Von dort geht es gleich weiter zur Obernätenalp. Dort steigen wir die westliche der beiden Sienen, welche hinauf zum Federispitz führen, an. Die ist zwar etwas steil, aber unschwierig zu begehen. Nun noch ein kurzer Effort, und schon sind wir auf dem Gipfel. Hier weht auch heute wieder einmal ein zünftiger Wind, so dass es nicht so recht angenehm ist, eine längere Pause zu machen. Wir lernen auf dem Gipfel Rahel kennen. Für den Abstieg hat Paul natürlich wieder Mal den Federigrat hinunter zur Alp Schwante ins Auge gefasst. Den kennt die sonst sehr ortskundige Rahel noch nicht, und schliesst sich uns deshalb gerne an. Bis zur Abzweigung bei Punkt 1700 laufen wir noch auf dem Wanderweg, danach geht es auf unscheinbarer Wegspur interessant weiter. Unterhalten wird diese Route offensichtlich nicht, denn inzwischen müssen die Zweibeiner sich gelegentlich an kleinen Tannli vorbei quetschen. Vielleicht sollte Paul nächstes Mal Baumschere und Säge mitnehmen, um den Weg hier mal etwas frei zu machen? Mich kleinen Wicht stören die Bäumchen allerdings nicht, denn auf meiner Höhe hat es immer genügend Raum für mich. Bald schon sind wir bei der Strasse unterhalb der Alp Schwante angekommen. Jetzt geht es nochmals etwas hinauf zur Undernätenalp, von wo wir erneut absteigen gegen Weesen zu. Auf ca. 970 Meter Höhe verabschieden wir uns von Rahel, und steigen weglos nach Hinder Gmeindsberg an. Nun traversieren wir auf einem Kuhpfad – in etwa die Höhe haltend – in Richtung Nordosten, bis wir den Wanderweg erreichen, der uns hinauf zur Alp Underfiderschen leitet. Von da sind es nur noch ein paar Meter zurück zum Auto. Das Wetter soll ja noch einigermassen schön bleiben, Schneefälle sind auch keine in Sicht, wir könnten also noch ein paar Wanderungen machen die nächsten Tage. Aber ich fürchte, Paul muss sich wieder seinem Gartenprojekt widmen...

Donnerstag, 06. November 2025