Zumindest die obere Leventina soll am 17. Oktober 2025 hochnebelfrei sein. Wir möchten deshalb wieder einmal eine Wanderung ab Predélp oberhalb Faido unternehmen. Die meisten Abschnitte dieser Tour kennen wir zwar schon, aber die Gegend zwischen – grob gesagt – dem Pizzo del Sole und dem Matro gefällt Paul so gut, dass wir sie gerne wieder einmal besuchen. Wir laufen erst auf der Fahrstrasse in Richtung Somprei. Kaum losgelaufen treten wir schon aus dem Bergschatten. Allerdings bläst heute ein leichter Nordföhn, so dass es den ganzen Tag über nie zu warm wird. Kurz vor Somprei schlagen wir den Weg in Richtung Lurengo ein, den wir ja auch schon zweimal gelaufen sind. Bei Punkt 1857 verlassen wir ihn allerdings und wählen nun den Wanderweg hinauf nach Nei Pini. Diesmal erleben wir Nei Pini bei schönstem Wetter. Es ist schon eine wunderbare Terrasse, die Paul stark an Lappland erinnert. Kurz vor der Alp Chièra steigen wir nun hinauf zu den Laghi di Chièra. Am kleinen laufen wir erst mal vorbei, schauen noch kurz beim grösseren rein, nur um gleich wieder zum kleinen See abzusteigen, den wir nun umrunden. Wir steigen auf einem Schafpfad hinauf nach Stabbio di Cima, wo wir im Windschatten eine längere Pause machen. Entgegen der Wetterprognose ballen sich unterhalb von uns im Tal die ersten Nebelwolken zusammen. Bis zu uns hinauf reichen sie jedoch noch nicht. Nun folgen wir ein kurzes Stück diesem Schafpfad, den wir dann aber in einem Blockfeld leider verlieren. Der nun folgende Abschnitt ist ziemlich mühsam: Erst traversieren wir in ziemlich steilem Gelände weglos gegen Westen, übersteigen etwas ausgesetzt eine Felsrippe und krasmen schliesslich brutal stotzig hinauf zur Bassa di Söu. Uff, das hat uns nun ziemlich Kraft gekostet. Und gut ist es, sind wir weiter aufgestiegen, denn auch der Nebel steigt immer mehr an. Nun folgen wir den weiss-blau-weissen Markierungen, welche uns über teilweise übel grosse Blöcke dem Passo Predèlp zu leiten. Paul ist wieder einmal ziemlich stolz auf mich, wenn er sieht, mit welcher Leichtigkeit ich inzwischen solche Blockpassagen meistere. Da der Nebel nun nur noch kurz unter dem Passo Predèlp wabert, machen wir keine Pause mehr, sondern steigen direkt ab hinunter nach Predèlp. Nach wenigen Minuten verdunkeln die ersten Nebelfetzen den Sonnenschein. Allerdings ist der Nebel nicht dicht, so dass die Wegfindung nie ein Problem darstellt. So, das war jetzt möglicherweise die letzte Tour in diesem Jahr, die uns so hoch hinauf geführt hat. Nächste Woche soll das Wetter ja umschlagen und viel Regen bringen. Der fällt in dieser Höhe dann sicher als Schnee...