Die Zone zwischen der Hochnebelobergrenze und der Schneegrenze erstreckt sich über nicht allzu viele Höhenmeter. Am weitesten auseinander liegen diese Grenzen natürlich an sonnigen Hängen. So laufen wir am 29. Dezember 2025 eine Tour, wie wir sie im April 2016 schon einmal recht ähnlich gemacht haben. Wir starten auch diesmal bei Chnoblisbüel oberhalb von Walenstadtberg. Angedacht ist, wie damals erst mal etwas abzusteigen und dann den Bergweg direkt hinauf zur Alp Tschingla einzuschlagen. Aber das Chnoblisbüel liegt haarscharf über dem Hochnebel und Paul hat so gar keine Lust, erst mal wieder in den Nebel abzusteigen. So nehmen wir heute halt mal wieder den Alpinwanderweg, den wir ja schon von diversen Touren kennen, und der immer wieder spannend und abenteuerlich ist. Schnee sollte auf dieser Strecke allerdings keiner liegen, sonst wird es schnell kritisch. Aber es ist ja jetzt schon mehr als einen Monat her, dass es zuletzt geschneit hat, und meist schien in dieser Höhe seither die Sonne. Man kann also hoffen, Paliis schneefrei zu erreichen. Heute schaffe ich die Kletterpassagen mit nur minimaler Hilfe von Paul! Auf Schnee stossen wir unterwegs nur für ca. 5 Meter und erst noch an einer wenig steilen Stelle. Bei Punkt 1523 will Paul nun doch den Weg hinüber zur Alp Tschingla einschlagen. Kurz danach montiert er allerdings das erste Mal heute die Eisen, denn der Weg ist hier von pickelhartem Schnee bedeckt und verläuft in ziemlich stotzigem Gelände. Sicher ist sicher! Als wir die Alp Tschingla dann sehen, wird klar, dass der Weg bis dorthin zumeist mit Schnee bedeckt ist. Nur der Weg allerdings, die steilen Hänge ober und unterhalb des Weges sind schneefrei. Paul entscheidet nun doch, weglos direkt nach Paliis anzusteigen. Man erreicht dort oben eine lange Terrasse, die sich fast bis zur Alp Obersäss ansteigend hinzieht. Hier liegt nun eine geschlossene Schneedecke. Wir sind froh, findet sich ein gut festgetretener – wenn auch teilweise eisiger – Pfad, denn der Schnee daneben ist teilweise recht weich und tief. Wieder montiert Paul die Eisen. Es ginge wohl auch ohne, aber wenn er sie schon dabei hat… Nun kommen wir zügig voran. Über uns kreisen für eine Weile zwei Adler, bevor sie sich wieder verziehen. Bei Obersäss erreichen wir den höchsten Punkt dieser Wanderung. Kurz danach geht es nun – immer noch zumindest teilweise im Schnee – hinunter zur Strasse welche zur Alp Schwaldis und schliesslich zur Alp Säls führt. Noch vor Schwaldis verlassen wir sie und laufen teils weglos hinunter zum Wanderweg, der nach Walenstadtberg hinunter leitet. Nun tauchen wir in den Wald ein, folgen diesem Weg bis kurz vor Punkt 1179, wo wir ihn zugunsten eines zur Schönegg führenden schönen Waldweges verlassen. Dort stossen wir auf die Teerstrasse, der wir zurück nach Chnoblisbüel folgen. Hier ist die Hölle los! Jeder mögliche und unmögliche Abstellplatz ist vollparkiert und wir sind froh, diesen Ort schnellstens verlassen zu können, auch wenn wir dabei sogleich wieder in den Nebel abtauchen müssen. Im ersten Teil der heutigen Tour, bis wir die Strasse vor Schwaldis erreicht haben, ist uns kein Bein abgekommen, auf dem Weg bis zur Schönegg gab es die eine oder anderer Begegnung und auf der Strasse hinunter nach Chnoblisbüel war ein mordio Gläuf! Aber man kann es ja keinem verübeln, wenn er sonnenhungrig aus dem nun schon lange anhaltenden Nebel auftauchen will, denn hier oben ist das Wetter tatsächlich herrlich und erstaunlich warm...