Pischahorn

Der 18. und 19. September 2025 sollen nochmals so richtig schöne Sommertage werden: sonnig und vor allem in der Höhe sehr mild. Wir wollen deshalb nochmals eine Zweitagestour unternehmen. Trotz Hochjagd machen wir uns auf ins Bündnerland und starten die Wanderung in Lavin eingangs Unterengadin. Wir laufen erst einen schönen Bergweg hoch, bis wir die ins Val Lavinuoz führende Fahrstrasse erreichen. Dieser folgen wir nun – meist noch im Bergschatten – bis wir kurz vor der Alp d'Immez die Strasse zugunsten eines Bergweges verlassen können und nun auch mehr und mehr aus dem Bergschatten treten. Den Wanderweg gibt es hier wahrscheinlich nur wegen der hohen Steinschlaggefahr auf diesem Abschnitt der Fahrstrasse. Man erreicht diese nämlich nach etwas über einem Kilometer wieder und folgt ihr nun weiter bis zur Chamanna Marangun. Bis hierher sind uns zwei Bergvelofahrer, ein Hirte mit seinen Hunden und ein Jäger begegnet. Bei der Chamanna endet die Fahrstrasse und man verlässt gefühlt auch gleich die Zivilisation. Mutterseelenalleine steigen wir nun der Fuorcla Zadrell entgegen. Der Weg ist nicht immer gar gut sichtbar, teils ist er auch ordentlich stotzig Auch in der kurzen Erlenflur täte ein Schnitt nicht schaden, so dass Zweibeiner hier nicht gebückt durchsteigen müssen. Man findet den Weg aber Dank der Markierungen immer gut. Oberhalb von ca. 2400 Meter kommen wir nun mehr und mehr in Blöcke, Geröll und Schutt. Hier geben die Bergwegmarkierungen nur noch die grobe Richtung an, einen Weg darf man da für eine ganze Weile keinen erwarten. Gegen zwei Stunden geht es nur so ganz und gar nicht pfotenschonend über raues Gestein, leichte Blockkletterei inklusive. Auf der anderen Seite der Fuorcla geht es gleich so weiter, so dass wir schliesslich ziemlich froh sind, dass sich unterhalb von ca. 2500 Meter ein immer deutlicherer Weg zeigt. Dieser Übergang hat uns nun ziemlich Kraft gekostet! Übrigens ist das Wetter herrlich! Kaum ein Wölkchen am Himmel, sonnig und für diese Jahreszeit aussergewöhnlich mild. Auf der erstem Ebene bei Chessi verschwindet der Weg wieder, und wir folgen einfach frei Schnauze den Markierungen, immer wieder sumpfigen Stellen ausweichend, die hier ziemlich häufig sind. Spätestens bei der nächsten Geländestufe finden wir nun einen Weg, dem wir unschwierig aber schön bis zur Vernelahütte folgen. Ab hier haben wir einen Karrenweg unter den Pfoten respektive Füssen und das Berghaus Vereina – wo wir gemütlich übernachten - ist jetzt geschwind erreicht.

Noch im Bergschatten machen wir uns am zweiten Tag auf den Weg. Es ist noch recht kühl, doch kaum sind wir nach der Alp Säss etwas angestiegen, wird es schlagartig wärmer, obwohl wir immer noch im Schatten gehen. Kurz danach geht die Sonne auf und Paul wechselt noch vor 9 Uhr zu kurzen Hosen und T-Shirt. Heute ist es noch wärmer als gestern, immer noch sonnig bei fantastischer Fernsicht! Der Anstieg zum Pischahorn ist sehr gefällig, steil erst im obersten Abschnitt und gut heraus gearbeitet. Wie schon gestern sind wir auch heute fast alleine unterwegs. Schon erstaunlich bei diesem doch idealen Wanderwetter. Auf dem Gipfel ist es dermassen warm, dass wir gut eine halbe Stunde Pause machen können, ohne dass wir anfangen zu frieren. Wir geniessen die Aussicht, die hier oben wahrlich fantastisch ist! Zum Glück fährt die Piaschabahn im Sommer nicht, sonst wäre hier oben sicher einiges lost. So haben wir den Gipfel für uns alleine. Nun steigen wir erst mal auf der gleichen Route wie anlässlich unserer ersten Besteigung des Pischahorn im September 2023 ab, laufen dann aber interessant auf dem Grat weiter, den wir erst auf ca. 2700 Meter verlassen um gegen den Pischasee hin abzusteigen. An diesem kleinen See kann ich mich endlich abkühlen. Kein Bein ist weit und breit zu sehen! Nun geht es auf gutem Weg an den langen Abstieg hinunter nach Inner Säss und dem Mönchbach folgend bis wir bei Grüenbödeli die Hauptstrasse überschreiten und jetzt im kühlen Wald nach kurzem Marsch die Bahnstation Davos Laret erreichen. Inzwischen bin ich ziemlich erschöpft. Ich habe mich zwar tapfer gehalten, aber für mein hohes Alter waren diese beiden Tage währli kein Zuckerschlecken… Dennoch: schön war's bei herrlichem Wetter! Das war jetzt wohl die letzte Sommerwanderung in diesem Jahr. In der nächsten Woche soll ja Schnee bis möglicherweise unter 1500 Meter fallen...

Freitag, 19. September 2025