Piz Languard

Am 15. September 2025 wollen wir bei herrlichem Wetter den Piz Languard besteigen. Wir starten bei der Bahnstation Bernina Diavolezza und müssen – noch bevor wir die Bernina-Passstrasse überqueren – erst mal zehn Minuten warten, weil auf der anderen Strassenseite gemütlich eine Mutterkuhherde vorbei zieht. Ist dann der Weg frei, laufen wir auf der Fahrstrasse noch im Bergschatten ins Val da Fain hinein. Zwar ist es frühmorgens noch kühl, aber deutlich milder als bei der letzten Tour. Bei Punkt 2172 verlassen wir die Strasse zugunsten eines gut ausgetretenen Bergweges, der uns unschwierig zur Fuorcla S-chüdella hoch leitet. Bald schon treten wir aus dem Schatten und können für den Rest der Wanderung die warme Spätsommersonne geniessen. Kurz vor dem Übergang verlassen wir das Wiesengelände und sind nun für eine ganze Weile mehr oder weniger in Schutt und Geröll unterwegs. Macht aber nichts, denn die Wege hier sind gut ausgearbeitet und scheinen doch recht stark frequentiert. Nun traversieren wir eine kleine Ebene und steigen noch ein wenig an zur Fuorcla Pischa, wo wir eine erste Pause machen. Schon bis hierher begegnet uns der eine oder andere Wanderer. Jetzt geht es auf einer langen Traverse unter dem Muot de la Pischa hindurch an den Fuss des Piz Languard. Von der Bergstation des Sessellifts bei der Alp Languard kommen ganze Heerscharen Wanderer angestiefelt. Wir reihen uns quasi zwischen zwei Gruppen ein und besteigen ab hier direkt den Gipfel – steil, zunehmend verblockt und mit einigen doch recht hohen Tritten. Die meisten der Wanderer vor uns machen bei der Chamanna Georgy eine Pause, so dass wir den Gipfel dann doch 'nur' mit drei anderen Wanderern teilen müssen. Wir geniessen die hier oben zugegebenermassen herrliche Aussicht in alle Richtungen. Gleich südlich zeigt sich die Berninagruppe in aller Pracht, während in alle anderen Richtungen das Auge weit über die Alpen schweifen kann. Nun kommen immer mehr Leute auf dem Gipfel an, so dass es Paul gelegentlich zu viel wird, und wir uns deshalb wieder an den Abstieg machen. Hinunter geht es geschwinder als hinauf, so dass wir schon bald bei Punkt 2733 unterhalb der Plaun da l'Esen sind. Angedacht war, ab hier hinüber zur Chamanna Paradis zu wandern und dann den breiten Rücken hinunter nach Pontresina. Aber wir sehen in dieser Gegend noch weit mehr Wanderer auf einer richtigen Wander-Autobahn unterwegs, weswegen Paul kurzerhand den schönen in Richtung Chamanna Segantini führenden Höhenweg einschlägt. Auch hier kommen uns einige Leute entgegen. Dennoch gefällt uns diese Traverse ausnehmend. Zwischendurch ist ein doch recht langes Blockfeld zu queren. Aber auch hier ist der Weg meist gut heraus gearbeitet. Schliesslich steigen wir kurz weglos zum unterhalb sichtbaren Wanderweg hinunter zur Alp Languard ab. Auch der ist interessant und führt raffiniert durch ziemlich stotziges Gelände. Bei der Alp Languard ist die Hölle los, so dass wir gleich weiterlaufen und nun in aller Ruhe durch den God Languard hinunter nach Pontresina steigen können. Hier ist kaum jemand unterwegs, denn offenbar nehmen fast alle Leute den Sessellift hinunter ins Dorf. Landschaftlich und von der Aussicht her eine wunderschöne Tour, wenn nur nicht die vielen Leute unterwegs gewesen wären. Mich stören die ja nicht, aber Paul schätzt das gar nicht...

Montag, 15. September 2025