Paul ist nach wie vor beschäftigt mit Gartenumbau. Aber gestern hat der Bauer die Wiese oberhalb von unserem Haus massiv eingegüllt, so dass bei diesem Gestank an Arbeit im Garten nicht zu denken ist. So komme ich am 12. November 2025 ganz überraschend in den Genuss eines schönen Wandertages. Wir besteigen den Pizzo Erra und wiederholen dabei eine Tour, die wir im Oktober 2021 schon einmal ganz ähnlich gemacht haben, damals allerdings in umgekehrter Richtung. Wir starten auch diesmal bei Cascine auf bereits über 1600 Metern Höhe. Das ist gut, denn so lassen wir die Kastanienzone auch heute weit unter uns. Erst laufen wir auf guter Fahrstrasse bis Puscett, wo wir einen Weg einschlagen, der auf der Karte von Swisstopo nicht durchgehend eingezeichnet, aber dennoch problemlos zu finden ist. Bei Punkt 1770 begegnen wir einem Jäger. Die sind offenbar immer noch unterwegs. Beim Alpgebäude der Alpe Foppascia steigen gleich nochmals ein paar Jäger aus einem Auto. Ob sie Erfolg hatten, wissen wir nicht. Einen Schuss hören wir jedenfalls den ganzen Tag über keinen. Ab diesem Gebäude führt nun eine angenehm zu gehende Waldstrasse in nur leichtem Anstieg bis zum Punkt 2026, wo wir auf die breite Fahrstrasse treffen, welche bis wenig über 2200 Meter Höhe hinauf führt. Bis hierher waren wir teils im Sonnenschein, teils im Berg- und Waldschatten unterwegs. Ab jetzt laufen wir im Sonnenschein, wenn der Himmel auch gelegentlich mit feinen hohen Wolken durchzogen ist. Wir verlassen diese Fahrstrasse zwischendurch dreimal, um weglos abzukürzen, und verlassen sie schliesslich endgültig kurz oberhalb des Gebäudes bei Punkt 2199, um den Weg hinauf zum Pizzo Erra einzuschlagen. Der wurde scheint's tüchtig instand gestellt, seit wir zuletzt im Juli 2023 zuletzt hier waren. So steigen wir bequem hinauf zum Gipfel, den wir ganz für uns alleine haben. Auf Schnee stossen wir nur gelegentlich, stören tut er uns nie. Auf dem Gipfel machen wir eine längere Pause. Es ist ganz angenehm warm (für diese Jahreszeit versteht sich), so dass wir es eine Weile aushalten und die schöne Aussicht auf die verschneiten Gipfel in der Umgebung geniessen können. Auch im Abstieg in Richtung Südosten wurde etwas gemacht, hängt doch bei einer Stelle ein fettes Seil am Fels. Wir verlassen aber bald schon den weiss-blau-weiss markierten Weg und suchen (um wenigstens einen noch unbekannten Abschnitt zu entdecken) eine Wegspur, die uns westlich und südlich um Punkt 2204 herum führen soll. Mit etwas Spürsinn und Fantasie, finden wir meist eine unscheinbare Spur. Dennoch muss ich mich gelegentlich arg durch die Botanik zwängen. Unterhalb vom Passo dei Laghetti stossen wir wieder auf einen bekannten Weg, dem wir nun folgen, bis wir kurz vor dem Croce di Sasso den Grat erreichen, welcher die Leventina vom Bleniotal trennt. Hier stossen wir wieder auf weiss-blau-weisse Markierungen. Ob die vom Matro bis zum Ritomsee führen? Wir haben sie ja auch an der Bassa di Söu gesehen oder östlich vom Pizzo Bareta. Wie auch immer, der Weg ist jedenfalls in gutem Zustand und herausgeputzt. Meist verläuft er jetzt allerdings direkt auf dem Grat, so dass wir teilweise etwas arg hohe Stufen vorfinden. Man kann aber auch auf dem alten (und etwas weniger gut sichtbaren) Weg den Schwierigkeiten ausweichen. Den Matro am Ende der Kette lassen wir diesmal aus und traversieren auf kaum sichtbarer Wegspur unter dem Aufschwung nordwestlich des Matro durch, bis wir den Weg erreichen, der nach Puscett hinunter führt. Wir laufen allerdings via Predanass direkt nach Fòpa hinunter und sind auch gleich schon wieder beim Auto. Eine sehr schöne Herbsttour! Vor allen der Abschnitt vom Pizzo Erra bis kurz vor dem Matro lohnt sich immer wieder!