Spina

Leichter Föhn beschert der Ostschweiz am 18. Dezember 2025 einen sonnigen und relativ warmen Tag. Obwohl die lädierte Kralle an meiner rechten Vorderpfote noch nicht ganz nachgewachsen ist, wollen wir nochmals eine kleine Tour probieren. Wir wiederholen eine Wanderung, wie wir sie ähnlich Ende Mai 2021 schon mal gemacht haben – diesmal in umgekehrter Richtung und etwas abgekürzt, um meine Kralle zu schönen. Wir starten auch diesmal wieder beim Wasserreservoir oberhalb von Heiligkreuz und steigen erst mal hinunter zum Wanderweg bei Punkt 490. Diesmal steigen wir aber nicht gleich die Unterbergstrasse an, sondern bleiben auf dem Wanderweg, der dem Waldrand folgt, denn diese Strecke kennen wir noch nicht. Ein Wanderweg ist das allerdings nicht, sondern eine breite Kiesstrasse. Etwa auf 520 Meter Höhe zweigt eine breite Forststrasse in den Wald genau da ab, wo wir den Weg hinauf in Richtung Hinderspina erwarten. Von der lassen wir uns verführen und folgen ihr. Bald schon geht sie in einen Waldweg über, der aber so gar nicht dort verläuft, wo der Weg auf der Karte eingezeichnet ist. Vielleicht haben wir eine Abzweigung verpasst? Egal, auch dieser Weg leitet uns hinauf zur Unterbergstrasse, der wir dann für ein paar Meter aufwärts folgen, bis wir endgültig den Weg hinauf nach Hinderspina einschlagen. Dieser führt uns nun fast durchgehend sehr steil und reizvoll durch den Buchenwald hinauf. Von den drei auf der Karte eingezeichneten Wegen hinauf nach Spina, ist dieser Weg ganz sicher der interessanteste. Bei Nässe täte ich ihn allerdings wegen der Steilheit nicht empfehlen, schon gar nicht im Abstieg. Sind wir im 2021 noch über den Ragnatscher Bach hinaus und hinauf zum Rütiguet gelaufen, so kürzen wir heute ab direkt nach Hinderspina. So kommen wir gleich nochmals in den Genuss eines unbekannten Abschnittes. Hier oben macht sich nun der Föhn doch recht stark bemerkbar. An sich ein warmer Wind, ist das im Dezember natürlich relativ. Wir machen im Windschatten des Alpgebäudes eine längere Pause, um uns von diesem wirklich stotzigen Aufstieg zu erholen. Danach geht es auf bekanntem Weg hinüber nach Vorderspina. Unterwegs – um gleich nochmals ein paar Meter unbekannten Weg zu erkundigen – machen wir noch einen Abstecher hinauf zum Punkt 1453 bei der Haslenplangg. Paul nimmt es wunder, ob der Weg bei diesem Punkt tatsächlich endet. Nein, tut er nicht, zwar weniger ausgeprägt aber deutlich sichtbar führt er noch weiter hinauf. Ob man auf dem zum Tschuggen hoch steigen kann? Heute drehen wir hier allerdings um und steigen nun via Vorderspina (Spinaguet auf der Karte) wieder hinunter nach Heiligkreuz. Bis nach der Überquerung des Reschubach ist der Weg auch hier recht steil, danach nimmt das Gefälle ab, und wir können noch gut anderthalb Kilometer gemütlich auslatschen. War die Tour auch kurz, so war sie insgesamt doch herrlich! Steil hinauf, steil hinunter bei tollem Wetter und angenehmen Temperaturen.

Donnerstag, 18. Dezember 2025