Corte di Invii

So, die Operation am 29. Januar dauerte zwar recht lange, verlief aber gut. Die entfernten Gesäugetumoren wurden untersucht und zum Glück für gutartig befunden. Spass hat mir das alles ja nicht gemacht. Nach der Operation war ich völlig durcheinander (vielleicht auch wegen der Opiate, welche uns Tieren als Schmerzmittel so freigebig verabreicht werden?) und ausserdem doch recht in meinen Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt. Mehr als zwei Wochen musste ich Tag und Nacht einen Body tragen, damit ich nicht dauernd an den Narben herum lecke. Aber nun sind sie weitestgehend verheilt. Zurück bleibt ein unschön vernarbter Bauch mit zwei Zitzen weniger, der mich immer noch gelegentlich zwickt, wenn ich eine blöde Bewegung mache.

Nachdem wir nun – erst operationsbedingt, danach infolge misslichen Wetters – fast vier Wochen lang nur noch winzige Spaziergänge gemacht haben, die grad lang genug waren, dass ich mich versäubern konnte, fällt uns inzwischen etwas die Decke auf den Kopf zu Hause. Deswegen packen wir kurzentschlossen unser Bündelchen und machen uns für 5 Tage wieder mal auf ins Maggiatal. Die Südhänge sind bis auf teilweise über 1000 Höhenmeter schneefrei, so dass man also einiges unternehmen kann. Um mich zu schönen, ist die Idee, nur kurze Touren zu wandern dafür aber jeden Tag.

Wir starten am 23. Februar 2026 mit einer Wanderung am Fusse des Salmone. Von Cavigliano steigen wir über Monda Buonagente und Lettuno hinauf nach Corte di Invii. Der Weg ist gut, im unteren Teil etwas steil und oft gestuft. Wir laufen bei schönstem Wetter durch lockeren Eichenwald mit gelegentlich einem Kastanienbaum dazwischen. Etwas weiter oben verschwinden die Eichen zugunsten von Birken. Für doch immer noch Februar ist es ziemlich warm. Bei Corte di Invii machen wir eine ausgiebige Pause, unter interessierter Beobachtung von Hühnern und Ziegen, die hier oben hinter Gitterzäunen und in Käfigen leben. Ob Corte di Invii ganzjährig bewohnt ist? Ungefiederte Zweibeiner sehe ich keine, aber die Fensterläden am Haus sind geöffnet. Es ist also schon möglich, dass wir hier oben nicht alleine sind. Was wir ohnehin nicht sind, denn hier treffen wir die ersten Wandersleute an. Nun machen wir uns wieder an den Abstieg. Inzwischen sind ein paar dünne Schleierwolken am Himmel aufgezogen, es bleibt aber immer noch mehrheitlich sonnig und recht warm. Hinunter geht es erst mal in Richtung Cresmino. Bei Segno biegen wir aber ab, um über Nebbio wieder Cavigliano zu erreichen. Leider überwiegen auf dieser Strecke grad in der Gegend von Nebbio die Kastanien und der Weg ist dicht mit diesen stachligen Dingern übersät. Kein Genuss für meine Pfoten! Der letzte Abschnitt ist wieder steil und gut gestuft, dafür kastanienfrei. Wir erfreuen uns einmal mehr der Tessiner Wegbaukunst! Die Wanderung war zwar kurz, aber dennoch recht schön. Mir lief es erstaunlich gut! Nur gelegentlich habe ich mich etwas gescheut, bei hohen Absätzen hinauf oder hinunter zu springen.

Montag, 23. Februar 2026