Fridlispitz

Da das Wetter in dieser Woche wirklich wunderprächtig ist, wollen wir am 24. April 2026 gleich nochmals eine Wanderung unternehmen. Weit fahren mag Paul nicht, so geht es nach Mai 2015 erst zum zweiten Mal ins Schwändital, was zwar in unserem Nachbarkanton Glarus liegt, aber von Amden aus wirklich schnell erreicht ist. Wir starten wieder beim Parkplatz Matt. Diesmal laufen wir allerdings eine etwas grössere Runde als damals, denn im Mai 2015 war ich ja kaum ein Jahr alt. Wir laufen auf der Fahrstrasse das Schwändital hinein und stossen schon bald auf die ersten Schneefelder. Zwar sind wir nicht grad hoch oben hier, aber die Sonne schafft es im Winter wohl lange Zeit nicht, über den Bärensoolspitz-Tierberg-Grat zu steigen, so dass der Schnee entsprechend lange im Tal liegen bleibt. Weil es aber recht kalt war in der Nacht, ist der Schnee gut durchgefroren und trittig, so dass wir dennoch zügig Hinter Schwändi erreichen. Hier verlassen wir allerdings die Strasse respektive den Wanderweg, denn es ist klar, dass er bis hinauf zur Scheidegg unter dem Schnee verborgen ist. So laufen wir weglos auf der orographisch linken Seite des Brändbachs zur Scheidegg hinauf. Der Boden ist teils etwas sumpfig und von Rindvieh arg zertreten, dafür aber schneefrei. Ab der Scheidegg steigen wir nun über den Dürrenbüchel unter den Brüggler an. Hier verläuft ein Weg gleich den imposanten Felswänden entlang. Zwar liegt teils noch etwas Schnee auf dem Weg, aber ein Problem ist das nicht. In stetigem Auf und Ab geht es nun – die Wänifurggel traversierend und unter dem Wageten durch - bis zur Lochegg. Sollen wir nun auf dem Wanderweg bleiben und von Hinter Riseten auf dem Weg hinauf zum Punkt 1722 steigen, oder probieren wir es gleich direkt? Vor 11 Jahren sind wir hier ja schliesslich direkt abgestiegen, da werden wir es wohl im Aufstieg auch schaffen. Wenn man den Rücken ansteigt, der das Oberurner Tal vom Schwändital trennt, dann findet man im Übergang in den Wald hinein Wegspuren. Wegen der einen oder anderen Felspassage irren wir zwar in diesem furchtbar steilen Wald etwas herum, erreichen schliesslich aber doch ohne grössere Probleme den Grat, der uns zum Punkt 1722 und weiter führt. Hier oben ist dann wieder ein klar sichtbarer Weg vorhanden, dem wir nun folgen, bis wir nach dem Riseten auf die Schlüsselstelle stossen. Es müssen einige Höhenmeter kletternd abgestiegen werden, leider zumindest teilweise zu steil für mich. Aber mit Gstältli und Leinensicherung lasse ich mich – ungern – überreden, mich in die Tiefe zu stürzen. So liegt diese einzige wirklich anspruchsvolle Passage bald schon hinter uns. Vor lauter Freude achten wir uns zu wenig auf den Weg, den wir dann prompt auch verlieren. Überzeugt, dass er unter uns liegen muss, steigen wir viel zu weit ab, bis wir unseren Fehler – der Weg liegt nämlich oberhalb von uns – realisieren, so dass wir weiterhin weglos wieder ansteigen müssen, um kurz vor dem Fridlispitz den Weg zu erreichen. Hier machen wir endlich Pause und geniessen die wunderbare Aussicht sowie überhaupt den schönen Frühlingstag. Der Abstieg hinunter nach Matt ist dann unproblematisch und grossmehrheitlich reines Genusswandern. Eine herrliche und abwechslungsreiche Frühlingstour bei schönstem Wetter! Heute auch praktisch ganz ohne Wind!

Freitag, 24. April 2026