Bevor es nochmals Schnee geben soll, nutzen wir den sonnigen Freitag den 13. März 2026 um wieder einmal das obere Tösstal zu besuchen. Schon lange sind wir nicht mehr bei Wolfsgrueb zu einer Wanderung gestartet. Für die heutigen Wandersleute hat Morgenstund offenbar kein Gold im Mund, denn unser Auto steht dort auf dem Parkplatz mutterseelenallein, als wir los laufen. Noch im Bergschatten steigen wir in zum Schwarzenberg an. Da es recht kühl ist, machen wir oberhalb Marchstein sogar einen kleinen Umweg, um etwas Sonnenschein zu erhaschen. Genützt hat es dann leider auch nicht viel. Der Schwarzenberg und damit Sonnenschein – es ist ein prächtiger Tag! – ist schnell erreicht. Auf dieser Höhe liegt auf den Nordseiten noch etwas gut trittiger und tragender Schnee. Meist können wir ihm aber sogar ausweichen. Auf der Höchhand erreichen wir den höchsten Punkt der heutigen Wanderung. Man könnte sie ja eigentlich direkt übersteigen, und es findet sich sogar eine Wegspur hinunter zum Wanderweg. Aber die obersten 10 Höhenmeter sind dermassen steil und nach dem kürzlich gefallenen Regen auch ziemlich rutschig, dass wir lieber darauf verzichten und ein paar Meter zurück laufen, um dann weglos, aber weniger steil und ungefährlich den Wanderweg zu erreichen. Bis zum Punkt 1084 geht es nun recht stotzig hinunter. Danach liegt der Wanderweg bis Hand unter einer mehr oder weniger geschlossenen Schneedecke, weswegen wir ihn verlassen und – am Waldrand bleibend – schneefrei Hand erreichen. Nun steigen wir wieder an, dem Habrütispitz zu. Den lassen wir heute aber aus, um wenigsten ein paar Meter unbekannten Geländes zu erkundigen. Auf einem schmalen, aber immer deutlich sicht- und problemlos begehbaren, Weg laufen wir vom Punkt 1149 aus direkt hinüber nach Hinder Chreuel, wo wir auf eine Fahrstrasse treffen, der wir für einen halben Kilometer in Richtung Vorder Chreuel folgen. Nun steigen wir weglos über einen schönen Rücken zur Rossegg an, wo wir wieder auf den Wanderweg stossen. Jetzt geht es wieder auf bekanntem Weg weiter über die Schindelegg und den Neurütispitz dem Schnebelhorn entgegen, welches wir zum x-ten Mal zu bezwingen gedenken. Gleich nach der Abzweigung hinunter nach Tierhag sehen wir den höchsten Punkt vom Schnebelhorn vor uns. Dort steht sich das Volk auf den Füssen herum, so dass wir gleich rechtsumkehrt machen, um direkt nach Tierhag abzusteigen. Lassen wir das Schnebelhorn halt aus, wir waren ja eh schon so oft dort oben… Ansonsten ist es unterwegs für dieses schöne Wanderwetter eigentlich ganz ruhig. Gelegentlich begegnet uns schon ein anderer Wanderer, aber Paul hat mehr Leute unterwegs erwartet. Vom Tierhag aus laufen wir wieder mal auf dem Gratweg zum Warten. Dieser Weg läuft man wohl besser in der vegetationsarmen Jahreszeit. Kann sein, dass der im Sommer etwas mühsam zu begehen und zu finden ist. Schön ist er allerdings sehr! So, nun müssen wir ja irgendwie wieder zurück zur Wolfsgrueb, und so steigen wir vom Warten via Strahleg hinunter nach Stadel. Unterwegs stosse ich nach einer Kuppe direkt in ein Rudel Gämsen hinein. Die wetzen natürlich alle sofort davon, und heute ist meine Reaktion richtig: Ich renne nämlich sofort zurück zu Paul, der mich dafür dann auch ausgiebig lobt! Unterhalb von Stadel hoffen wir, in weiterhin direktem Abstieg gleich die Forststrasse zu erreichen, welche hinüber zur Tössscheidi leitet. Aber Pustekuchen! Die letzten 30 Höhenmeter hinunter zur Fahrstrasse sind dermassen steil, dass wir es nicht wagen, dort abzusteigen und nun in einer ziemlich matschigen Querung doch noch die von Stadel hinunter führende Strasse zu erreichen versuchen. Ist diese erreicht, läuft es sich nun mühelos bis zur Tössscheidi. Paul entscheidet, statt direkt der Vordertöss folgend weiter auf der Fahrstrasse zur Wolfsgrueb zu gelangen, gleich hier und jetzt die noch verbleibenden Höhenmeter hinter uns zu bringen. So steigen wir recht steil auf einem Zickzackweg an, bis wir eine Forststrasse erreichen, die uns – immer in etwa auf der gleichen Höhe bleibend – nun mühelos und angenehm zurück zur Wolfsgrueb führt, wo der Parkplatz jetzt übrigens voll ist. Das war jetzt eine wirklich schöne Tour! Die Gegend rund um Vorder und Hinder Töss ist schon ziemlich wild. Man ist hier zwar kaum einmal alleine unterwegs, ein Besuch lohnt sich aber dennoch! Ausserdem hat man bei so herrlichem Wetter wie heute auf den Höhen rund um die hintere Töss herum immer einen schönen Blick hinüber zur Alpenkette.