Nun ist es ja auch auf der Alpennordseite schönstes Wetter. Wir wiederholen deshalb am 4. März 2026 eine Wanderung, wie wir sie fast gleich schon mal im Februar 2021 gemacht haben. Gestartet wird wieder beim Parkplatz nordöstlich der Fläscher Brücke (schweineteuer inzwischen!), von wo aus wir wie damals erst mal den Wanderweg hinauf zum Matluschkopf erreichen wollen. Zwar scheint die Sonne, dennoch ist es nicht gerade angenehm warm, denn es weht ein bissiger Biswind. Beim ersten Aufstieg wird uns dann warm. Der Weg wird inzwischen wohl offenbar hauptsächlich von Bergvelofahrern genutzt, denn er ist ziemlich ausgefahren. Heute begegnet uns hier allerdings kein Bein (oder Rad). Nördlich vom Matluschkopf schlagen wir erneut den Direktabstieg in die nächste Senke ein. Der ist zwar gruusig steil, aber dennoch für uns machbar. Gleich danach erklimmen wir den Gupf bei Punkt 865, denn wir wollen es diesmal versuchen, auch diesen direkt zu übersteigen. Aber wie schon 2021 ist uns der Abstieg hinunter einfach zu steil und zu ausgesetzt. Wir versuchen also auch heute wieder querbeet den Wanderweg zu erreichen, welchen wir dann aber bald schon wieder verlassen, um die Senke zwischen dem Punkt 865 und dem Schnielskopf zu erreichen. Nun sehen wir, dass der Punkt 865 zumindest im Anstieg von hier aus wohl schon zu erreichen wäre. Also laufen wir die Tour nächstes mal vielleicht in die andere Richtung? Wenn es denn überhaupt ein nächstes mal gibt… Nun geht es sehr steil und mehr oder weniger weglos hinauf zum Schnielskopf. Unterwegs stören wir noch drei Gämsen bei ihrer gemütlichen Rast. Paul kann mich grad noch rechtzeitig zurück pfeifen, bevor ich ihnen hinterher wetze! Wieder hinunter zum Wanderweg ist es grad nochmals ziemlich stotzig, dann wandern wir allerdings für eine kurze Weile gemütlich über einen unspektakulären Weg und weglos über Wiesen dahin, bis es westlich von Vorder Ochsenberg gleich nochmals steil hinauf zum Regitzer Spitz geht. Auch diesmal nehmen wir alle Abkürzungen, die sich uns anbieten. Den Spitz haben wir erstaunlicherweise für uns alleine. Überhaupt treffen wir nur ganz wenige Wanderer an, obwohl heute doch das ideale Wanderwetter ist, und der Möglichkeiten, wo man schneefrei wandern kann, auch nicht gerade so viele sind. Uns soll’s recht sein! Vom Regitzer Spitz bis hinüber zum Guschaspitz bleiben wir mehr oder weniger an der Abbruchkante. Nun folgt der einzige nennenswerte Unterschied zur Tour im Jahr 2021. Wir wollen nämlich statt den Lidisgang hinunter, über den Fläscher Leiterliweg absteigen. Paul montiert mir mein Gstältli, pack mich auf seine Schultern, befestigt mich mittels eines Riemens an seinem Rucksack und hinunter geht es die zwei Leitern! Wohl ist uns beiden bei der Sache nicht, aber es klappt! Zwischen beiden Leitern ist der Weg arg ausgesetzt und eng, so dass Paul immer aufpassen muss, mich nicht an irgend einem Felsvorsprung abzustreifen. Auch nach der zweiten Leiter – nun bin ich wieder selbständig unterwegs – bleibt der Weg schmal und verläuft in steilem Gelände, bis wir den offiziellen Wanderweg erreichen, der doch etwas breiter angelegt ist. Wir verlassen ihn aber schon bald wieder um – wie schon oft – direkt über die stotzige Plangge den Punkt 669 zu erreichen. Jetzt wollen wir noch Heidenkopf und Ellhorn übersteigen, was ohne Probleme und auf gutem Weg möglich ist. Nun geht es über den in Richtung Mäls verlaufenden Rücken hinunter in die Rheinebene. Kurz laufen wir nun auf einer Teerstrasse, bis wir den schönen Wanderweg erreichen, der uns etwas oberhalb des Rheins zum südwestlich und unterhalb des Heidenkopf gelegenen Gebäudes führt. Hier beginnt eine Waldstrasse, die uns – recht malerisch, aber etwas langweilig – zurück zur Fläscher Brücke führt. Waren wir auf unserem Weg über den Fläscher Berg noch in drei Dimensionen unterwegs, verläuft diese Waldstrasse für knapp 3 Kilometer äbenuus und pfiifägrad dahin! Auf der Karte sieht es fast so aus, als wären wir heute einen ansehnlichen Teil weglos unterwegs. Dem ist aber nicht so. Nur gerade im Aufstieg zum Schnielskopf laufen wir nicht auf einem Weg. Vielleicht haben wir ihn dort aber auch einfach nicht auf Anhieb gefunden. Sonst ist überall ein mehr oder weniger gut sichtbarer Weg vorhanden. In dieser Jahreszeit und bei diesem Wetter ist das eine herrliche und abwechslungsreiche Tour! Etwas unschön ist die teils recht laute Knallerei vom Waffenplatz St. Luzisteig her. Aber heute nehme ich das meist locker und lasse mir den schönen Tag nicht verderben!