Der 1. Mai 2026 – und schon beginnt der kalendarisch 3. Frühlingsmonat! – ist so ein sonniger Tag, das Paul die Gartenarbeit ruhen lässt und mit mir in die Berge fährt. An von der Sonne stark beschienenen Hängen kann man ja schon eine gewisse Höhe erreichen. Wir besuchen wieder einmal das Rheintal und starten unsere heutige Wanderung beim Parkplatz Nasseel oberhalb von Sax. Etwas ungewöhnlich steigen wir erst mal gut 200 Höhenmeter ab, um oberhalb von Sax nach Tratt hinüber zu queren, wo wir endlich wieder richtig ansteigen. Die Hänge hier haben ja eine starke Tendenz zur Senkrechte, und je höher man ansteigt, desto stotziger wird es in der Regel. Auch hier soll das nicht anders sein. Erst steigen wir einen unscheinbaren Weg an, um den Wanderweg zum Stauberenfirst zu erreichen. Dem folgen wir aber nicht sehr weit, sondern verlassen ihn, um zur Alp Alpeel anzusteigen. Obwohl kein offizieller Wanderweg, ist er in gutem Zustand, und trotz des steilen Geländes steigen wir nicht gar anstrengend an. Wir laufen im Wald und leider offenbar in einer üblen Zeckenregion, denn die lästigen Viecher krabbeln schon bald zuhauf auf mir herum. Zum Glück bessert das dann weiter oben massiv. Kurz vor der Alp treten wir endlich aus dem Wald heraus. Hier machen wir nun eine Pause und geniessen die wunderbare Aussicht und die Ruhe hier oben. Ob diese Alp im Sommer überhaupt noch bestossen ist? Es gibt sogar eine kleine Materialseilbahn hier hinauf. Aber vielleicht nutzen diese nur noch die Jäger, um den Schnaps hinauf und die geschossene Gämse hinunter zu seilen... Heute ist hier kein Bein anzutreffen, und das soll sich – bis wir den Sattel erreichen – auch nicht ändern. Nach der Alp wird der Weg dann deutlich minder und vor allem auch deutlich steiler. Hingegen ist er mit orangen Strichen ganz gut markiert, so dass zumindest die Navigation keine Probleme bietet. Gelegentlich sehen wir sogar stark ausgebleichte weiss-rot-weisse Bergwegmarkierungen. Offenbar war das mal ein offizieller Wanderweg. Bis zum kleinen Einschnitt oberhalb von Alpeel steigen wir zwar stotzig, aber unschwierig an. Auch der Einschnitt selber ist kein Problem. Danach allerdings verdeckt ein sehr steiles Schneefeld den Weg, der hier auf die andere Seite des Trichters wechselt. Spuren sind keine vorhanden, so dass wir den Schnee rechts und oberhalb in sehr steiler Plangge umgehen. Schliesslich sind wir froh, den Weg wieder zu erreichen, denn dieses weglose Laufen in so stotzigem Gelände zehrt an den Kräften. Der Sattel - als höchster Punkt der heutigen Tour - ist nun bald schon erreicht. Und gleich ist klar, was uns hier auf dem Weg erwartet: nämlich eine ziemliche Völkerwanderung. Erst ist Paul noch ganz froh, hier Leute anzutreffen, denn das bedeutet, dass der Weg hinunter zur Saxerlücke begehbar ist. Der Weg verläuft nämlich teilweise nordseitig des Grates und läge hier noch viel Schnee, müssten wir allenfalls umkehren. So reihen wir uns quasi auf dem Wanderweg ein – es kommt Radiowanderungs-Feeling auf! – und erreichen die Saxerlücke geschwind. Das bisschen Schnee, das unterwegs noch liegt, ist schon gut gespurt und problemlos zu begehen. Im doch recht steilen Abstieg hinunter zur Lücke und auch im gleich darauf folgenden Einschnitt, liegt zum Glück kein Schnee mehr. Auf der Saxerlücke wollen wir eigentlich nochmals eine Pause einlegen, aber dort hockt eine ganze Gruppe junger Männer herum und lässt sich auch noch mit Musik beschallen! Also schnell weiter! Der Abstiegsweg hinunter nach Nasseel ist eigentlich sehr schön, aber leider kommen uns allpott andere Wanderer entgegen, meist gleich in kleinen Gruppen. Das verdirbt etwas die Freude. Man merkt halt, das wir an einem verlängerten Wochenende unterwegs sind. Der Parkplatz ist geschwind erreicht und jetzt plättschvoll! An sich eine sehr schöne Tour, haben uns die vielen Leute ab Sattel schon ziemlich gestört. Vielleicht hätten wir die Runde in die andere Richtung laufen sollen? Frühmorgens – wir sind nämlich schon um 6:30 Uhr los gelaufen – wäre auf dem Abschnitt Nasseel – Saxerlücke – Sattel wohl noch nicht viel los gewesen. Aber der Abstieg zur Alp Alpeel ist halt schon recht stotzig...