Valle del Ria Grande

Am 27. Februar 2026 machen auch wir uns wieder auf den Heimweg. Das Wetter ist allerdings immer noch prächtig, und so fahren wir nicht nach Hause, bevor wir nicht noch eine letzte Wanderung gemacht haben. Da es mir in den letzten Tagen so gut lief, darf es heute zum Abschluss auch noch eine etwas längere Route sein. Wir starten am oberen Dorfrand von Avergno di Fuori und laufen auf eindrücklichem und vielgestuftem Weg über Scaladri und Sgerbi hinauf nach Pianóst, wo wir eine längere Pause machen. Obwohl wir nun bereits über 1300 Meter hoch sind, liegt hier an diesem sonnigen Hang kein Schnee. Das änder sich nun aber, als wir nach Vegnasca hinüber traversieren, denn wir finden unterwegs die ersten Schneefelder, die uns aber nicht weiter stören. Zwischen Vegnasca und Montègia di Sopra – wir laufen hier im Schatten - liegt nun allerdings eine geschlossene Schneedecke und dummerweise eine von übler Qualität. Die oberste Schicht ist recht hart, trägt mich aber doch nicht zuverlässig, so dass ich immer wieder einbreche. Wir kämpfen uns diese knapp 200 Höhenmeter mühsam bergab. Zum Glück ist wenigstens der Weg gut erkennbar und nicht gefährlich. Ab Montègia di Sopra – nun wieder im Sonnenschein und schneefrei – nutzen wir den deutlich sichtbaren Weg, auf dem wir via Costa den Wanderweg hinunter nach Avegno erreichen. In Costa stürmen uns zwei mächtige Bulldoggen entgegen. Sie sind aber ganz brav und gehören einem Mann, der hier oben ohne Strom und Wasser den Winter verbracht hat. Offenbar hat er seit Wochen mit niemandem mehr gesprochen und kommt aus dem Erzählen gar nicht mehr heraus, so dass wir uns schliesslich losreissen müssen, damit wir nicht allzu spät nach Hause kommen. Der Wanderweg hinunter nach Avegno ist nicht in so gutem Zustand, wie der auf der gegenüberliegenden Talseite. Die auch hier zuhauf vorhandenen Treppenbauten sind von eher rudimentärer Natur, und auch die zahlreichen Kastanienigel hat hier niemand zur Seite geräumt, so dass mir nichts anderes übrig bleibt, als – wenn möglich – von Stein zu Stein zu hüpfen, damit meine Pfoten nicht malträtiert werden. Dabei sind wir ja eigentlich genau wegen diesem Weg überhaupt hier unterwegs, denn den kannten wir noch nicht. Also der Aufstieg nach Pianóst ist ja wirklich schön und lohnenswert, der Abstieg über Costa allerdings weniger. So, nun geht es wieder heimwärts!

Freitag, 27. Februar 2026